Wenn Mitarbeiter gehen müssen – Outplacement

Outplacement ist Starthilfe für entlassene Mitarbeiter

Outplacement. Was für ein wuchtiges Wort. Und mit Wucht getroffen haben Elias Fröhlich auch die Worte seiner Controllerin Ella. „Unsere drei Hauptkunden sind zahlungsunfähig. Sie können ihre Dienstleistungen nicht mehr verkaufen. Marktunsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie. Weitere 5 unserer Kunden haben ihre in Aussicht gestellten Beauftragungen ebenfalls zurückgezogen. Deren Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit 50.“

Auch neue Ideen brauchen Zeit, die wir nicht haben

Die Umsetzungen neuer Ideen sind bereits geplant, auf Machbarkeit geprüft und können an den Start gehen. Doch Kreditgeber agieren momentan eher zögerlich. Fröhlichs Controllerin verhandelt parallel mit privaten Investoren. Geld aufzutreiben gestaltet sich als recht zäh und langwieriger als üblich.

Unausweichlich – die Entlassung von wertvollen Teammitgliedern

Jede/n einzelnen seiner Teammitglieder hat Elias persönlich eingestellt und sich damit ein schlagkräftiges Team an die Seite gestellt. Er kennt sie alle beim Vornamen, weiß ihre Berufswege und Lebensgeschichten. Er ist stolz auf deren Loyalität. Darauf, wie sich jeder Einzelne weiterentwickelt hat und wie sehr dies dem Unternehmen genützt hat. Für jedes Teammitglied fühlt er sich verantwortlich. Sein Herz nennt sie: FAMILIE. Doch die Unternehmenszahlen zeigen brutal und ganz und gar nicht herzlich: Wir können 30 von ihnen nicht weiter beschäftigen. Nicht einmal mit Kurzarbeit. Ella, die Controllerin, haucht nur noch das Wort „Kündigungen“, bevor sie am Konferenztisch nach ihrem Taschentuch sucht. Von Ben, seinem Personaler, lässt sich der Unternehmensinhaber die Namen der Betroffenen nennen.

„Kündigungen sind Scheiße!“,

schreit Elias, wirft beim Aufspringen seinen Stuhl um und hechtet zum Fenster, das er aufreißt. Hastig saugt er die kalte Herbstluft ein, bis er sich allmählich beruhigt. „Ben, nicht ohne Outplacement. Ich will den betroffenen Kollegen etwas an die Hand geben, damit sie rascher wieder eine Stelle finden. Mir egal, welchen Budget-Topf wir dafür anzapfen. Das, was wir tun können, werden wir tun.“

Outplacement – mehr als die Agentur für Arbeit bieten kann

Mit allen, welche die Kündigung erhalten, hat Elias persönlich gesprochen. „Sobald wir unsere neuen Ideen umsetzen können, melde ich mich bei Dir.“, dieses Versprechen gibt er jedem. Und die Einladung zu einem Workshop WICHTIGE GRUNDLAGEN ZUM SICH-BEWERBEN, der nächste Woche online während der Arbeitszeit stattfindet. „Bitte nutzt den Workshop. Fragt all Eure Fragen, holt Euch das Rüstzeug, damit Ihr gewappnet seid und so rasch wie möglich eine neue Anstellung findet.“

Dankbar für die Bewerbungsunterstützung

Alle gekündigten Kollegen sind dankbar, dass sie nicht im Regen stehen gelassen werden sondern sich gezielt vorbereiten können für die nächsten Schritte, die auf sie zukommen. Der Workshop war hilfreich. Unverblümt und direkt wurden im Workshop wichtige Themen dargelegt und die Teilnehmer motiviert, sofort loszulegen. So kommen alle ins Tun und versinken nicht in depressiver Selbstmitleidstimmung.

Obwohl Elias es verstehen kann, wenn der Eine oder Andere ihn anschreit, ist er doch erleichtert, dass sich viele bei ihm melden und sagen: „Danke für den Workshop. Ist ein guter Einstieg. Aber sag bloß Bescheid, sobald bei Dir wieder was geht, o.k.? Inzwischen kommen wir schon woanders unter.“

Outplacement = Mitarbeiterbindung. Wie das?

Die Vorgehensweise von Elias Fröhlich und seinem Unternehmen macht die Runde. Eines Tages meldet sich sein Ansprechpartner der IHK. „Mensch Herr Fröhlich, wirklich beispielhaft, wie Sie da vorgegangen sind! Das sorgt für eine echte Mitarbeiterbindung! So fair, wie Sie mit Ihren Leuten umgegangen sind, kommen diese garantiert zurück, wenn es wieder weiter geht. Egal, wo sie inzwischen untergekommen sind. Und ihre verbliebenen Mitarbeiter kommen nach wie vor gerne zu Ihnen als fairem Inhaber in die Arbeit. Ihr Beispiel macht die Runde hier im Umkreis. Können wir mal ein Interview für unsere Wirtschaftszeitung mit Ihnen machen?“

Sich vor der Außenwelt zu profilieren, war nicht Elias Fröhlichs Absicht. Doch der IHKler hat Recht: wenn es wieder aufwärts geht, muss er keinen großen Personalakquise-Aufwand betreiben sondern nur seine ehemaligen Mitarbeiter kontaktieren, wie versprochen. Gut zu wissen…

Zu einem Interview ist Elias Fröhlich noch nicht bereit. Später vielleicht, wenn er sein neues Leistungsspektrum auf die Beine gestellt und am Markt etabliert hat. Dann ist die jetzige Situation weniger präsent und nur noch der Rückblick auf ein Hindernis, das überwunden wurde.

Alles Gute, auch in diesen herausfordernden Zeiten!

Mehr zur Outplacement-Beratung finden Sie hier: https://www.carlile-coaching.de/business-coaching/outplacement/

Ihre Petra Carlile