Lebensfreude im Pflegeheim- erste Umsetzungen

Lebensfreude Pflegeheim

Illustration: Claudia Löffelmann

Oma Berta, Emil und das gesamte Team haben tagelang zusammen gesessen, um das Lebensfreude-Projekt für ihr Pflegeheim auf solide Füße zu stellen. Zunächst sind sie die Wünsche der Heimbewohner durchgegangen und organisieren nun die Umsetzung.

Los geht’s – es gibt viel zu tun

Laura, die im Nebenfach Musikgeschichte studiert, hat Kontakte zur Musikhochschule. Tatsächlich kann sie ein gebrauchtes Pfeiffer-Klavier auftreiben, das kostenlos abzugeben ist. Es wird dort nicht mehr genutzt. Einzig die Abholung und das Stimmen des Klaviers bleibt Sache des engagierten Teams. Außerdem hat Laura mit einem der Dozenten gesprochen. Er ist zufällig auch der Dirigent des Kammerorchesters in der Landeshauptstadt. „Laura, ich kann Ihnen nichts versprechen, doch lassen Sie mich was versuchen. Ich melde mich.“ Laura hat keine Ahnung, was Professor Hoffmann meint. Sie ist schon froh, das Klavier ergattern zu können.

Oma Berta mittendrin

Oma Berta hält die Fäden in der Hand. An den Wänden von Flur und Küche hängen to-do-Listen, Organigramme, Terminplaner. Das Telefon steht kaum mehr still. Sie ist die Informationszentrale und gibt Neuigkeiten an das Team weiter. Gerade hat sie alle informiert, dass Felix einen Kleinbus organisiert hat, um das Klavier zu transportieren. Und Berta kann einen alten Freund aktivieren, der das alte Klavier stimmt.
Nach und nach hakt sie die noch offenen to-dos ab. „Ich liebe diese Arbeit!“ ruft Oma Berta. Es ist Klasse, gebraucht zu werden.

Überraschung im Pflegeheim

Pünktlich zur Nachmittags-Kaffee-Zeit fährt ein alter Kleinbus knatternd am Pflegeheim vor. „Hete, kiek mal, da kommt ein Klavier!“, ruft Ede der neugierig aus dem Fenster sieht. So schnell können die Heimbewohner gar nicht schauen, schon steht in ihrem Speisesaal das Instrument und davor sind Berta, Emil, Laura, Anna und Felix versammelt. „Hallo Leute!“. Felix lacht in die Runde. „Wir haben Euch was mitgebracht. Nicht nur das Klavier.“ Laura hat inzwischen einen Terminplaner an die Pinnwand geheftet und teilt diesen ebenso an die Heimbewohner auf. „Ein Buchclub! –ich bin dabei!“, Martha klatscht vor Freude in die Hände. „Oh, und es gibt Vorleseabende! Jede Woche!“ ruft Klara.

Konzertbesuche sind wieder möglich

Die Tür öffnet sich und mit wehendem Mantel stürmt Professor Hoffmann herein. „Na, da komme ich ja gerade noch zur rechten Zeit! Unser gestriges Konzert mit dem Kammerorchester haben wir genutzt, um eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Unser Theater unterstützt die Möglichkeit, interessierte Heimbewohner zu den kommenden Konzerten und Aufführungen einzuladen. Wir können sogar den Transfer zwischen Heim und Theater finanzieren…“

Es wird laut im Speisesaal. Lautes Lachen, Händeklatschen und begeisternde Zwischenrufe schwirren durch die Luft. „Ick werd‘ nich mehr“, seufzt Ede, der Gitarrenmann. „det allet, nachdem die Klara damals eeen Buch zum Jeburstach jekricht hat. Wär schön, wenn det jetzt so bleibt….“

Solch ein Team, wie das um Oma Berta und Emil, kann Steine ins Rollen bringen. Und es begeistert. Nicht nur die Beschenkten…

Ihre Petra Carlile