Jahresrückblick in der Praxis Dr. Hinkel

Jahresausklang - Danke für tolle Leistungen

Illustration: Claudia Löffelmann

Es ist 23.Dezember. In wenigen Minuten schließt die orthopädische Praxis von Dr. Hinkel. Letzte Aufgaben werden erledigt. Jeder fasst mit an und kümmert sich um die Abschlussarbeiten.
Kurz vor Feierabend also. Und alle stehen in den Startlöchern, nach Hause zu düsen und Weihnachten einzuläuten?
Sieht nicht so aus, als macht irgendjemand Anstalten, sich den Mantel überzuwerfen und demonstrativ mit den Autoschlüsseln zu klimpern. Nach und nach trudeln die Praxismitglieder im Aufenthaltsraum ein. Alle noch anstehenden to-dos sind erledigt. Das Team sitzt um den Tisch herum. Jeder schaut müde aber zufrieden in die Runde. Die Kerzen auf dem Adventskranz flackern. Irgendjemand hat doch tatsächlich gestern noch Kuchen für alle gebacken!

Danke für hervorragende Arbeit

Es klopft laut an die Tür des Aufenthaltsraums. Dr. Hinkel kommt mit lautem „ho-ho-ho!“ und einer viel zu großen Weihnachtsmann-Mütze herein. Er hat keinen Sack über der Schulter, zieht aber einen kleinen Kinderhandwagen mit Geschenken hinter sich her. „Ich frage nicht erst, ob ihr alle brav gewesen seid – ich weiß, dass ihr es wart!“ Für jeden hat er etwas dabei. Dank Sr.Katjas Input wusste er genau, was wem eine Freude machen würde. Plötzlich hält auch er ein Geschenk vom ganzen Team in den Händen. „Kinders…“ total gerührt stammelt er weiter: „… ich bin.. das ist… Danke! Und nicht nur für das Geschenk. Sondern für die tolle Arbeit im vergangenen Jahr. Jeder Tag war eine Herausforderung und nur mit eurer Hilfe konnte ich die meistern!“

Tolle Leistungen Revue passieren lassen

Damit nicht alle vor Rührung in Tränen ausbrechen, wirft Herta ein: „Oh ja, und was für Herausforderungen! Wisst ihr noch, als die Seniorenresidenz uns gleich 11 Bewohner  auf einmal mit Fuß- und Kniebeschwerden geschickt hat? Die haben dort Stepptanzkurse eingeführt. Und wir waren eh schon gerammelt voll an dem Tag…“ Wally wirft grinsend ein: „Genau! Wir hatten nicht genug Sitzgelegenheiten und da haben Kai und ich die zwei Bänke unten vorm Haus zweckentfremdet. Der Hausmeister hat schon eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben…“, „Oh ja“ ruft Kai „und sie am nächsten Tag wieder zurückgezogen, weil die Bänke wie aus dem Nichts wieder erschienen sind.“ Alles lacht.

„Oder unsere Omma Krause. Die allen Ernstes mit ihrem Dackel Charlie in die Praxis getippelt kommt. Sie brauchte einen neuen Verband und hat gefragt, ob wir uns nicht gleich auch Charlie ansehen könnten. Weil der plötzlich hinkt…“ Sigrun schüttelt lachend den Kopf. „Tiere in der Arztpraxis- das weiß sie doch…“ Herta wirft ein:„Toll fand ich, dass Dr. Hinkel sich den Hund draußen vor der Tür trotzdem angeschaut hat und ihm eine Dorne aus der Pfote gezogen hat. Voll Krass.“

„Weißt du noch Katja, wie dich ein Patient einen Tag anschrie und sich am nächsten Tag mit einem Blumenstrauß bei dir entschuldigt hat? Bist du dem im Traum erschienen?“ fragt Herta. Katja nickt lächelnd. Doch plötzlich wird sie ernst. „Ich erinnere mich auch sehr gut daran, als eine Patientin hier zusammen brach. Sie hatte einen Zuckerschock. Und da haben Wally und Herta echt professionell und rasch reagiert. Hut ab!“

„Doch echt, hier war jeden Tag was los. Soll noch mal einer sagen, jeden Tag läuft bei uns die gleiche Routineschleife. Wir würden Romane füllen mit unseren Erlebnissen!“ Wally zeichnet mit den Fingern den Umriss eines wirklich dicken Wälzers in die Luft. Und so tauschen sie sich die nächste halbe Stunde noch aus. Mal über ernste Begebenheiten, mal über lustige, einige sogar lehrreiche.

Gemeinsam an einem Strang ziehen schweißt zusammen

„Das geht nur, weil wir zusammen halten. Weil wir alle an einem Strang ziehen. Weil niemand nach Hause geht, wenn andere noch zu tun haben. Weil sich jeder auch mal aussprechen darf, wenn etwas nicht rund läuft. Weil unser Chef hinter uns steht. Weil für jeden von uns die Patienten im Mittelpunkt stehen. Lasst uns daran arbeiten, dass es immer so bleibt! Unsere erste Teambesprechung ist am 10. Januar nach Praxisschluss. Bringt Eure Anliegen, Wünsche und Vorschläge mit. So, und jetzt ab nach Hause und allen frohe Weihnachten!“ sagt Katja und pustet die Kerzen aus.

Was für ein Team! Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch Teil eines solchen sind. Und uns allen friedvolle, frohe Weihnachten und ein gesundes und schönes neues Jahr.

Ihre Petra Carlile