Einzel-Coachings oder Gruppenworkshops?

Einzel-Coachings oder Gruppenworkshops?

Zugegeben: geht es um mich, komme ich mit einem Thema nicht weiter oder brauche gezieltes Feedback von einem Fachmann / einer Fachfrau für ein Anliegen, bin ich egoistisch und möchte meinen Coach für mich allein. Weil ich viel gezielter zum Kern der Sache komme. Weil sich mein Gegenüber gezielt nur auf mich und meine Fragen konzentriert. Deshalb „buche“ ich meine Coachin Manuela Motzel z.B. lieber einzeln und zu dem Zeitpunkt, zu dem ich akut gerade eine Lösung suche. Deshalb gehe ich zu meiner Webprogrammiererin Marjeta Prah-Moses lieber allein und hole während unseres Termins meine vorbereiteten Fragen hervor. Deshalb war es für mich richtig effektiv, einen Workshop nur für mich allein bei meiner Grafik-Designerin Angelika Güc zu buchen bevor ich meine neue Homepage anging. Ich bekomme viel gezielteres Feedback und finde für mich rascher meine Lösungen, kann meine Richtungen für mich festlegen. Schon damals, als ich mit über 30 das Ski fahren erlernte, war ein halber Tag Einzelunterricht für mich viel effektiver als 3 Tage Skischule.

Also sind Workshops überflüssig?

Auf KEINEN Fall! Geht es um Methoden, die nur in einer Gruppe erlebt und weiter umgesetzt werden können – wie z. B. bei Teamworkshops oder den Kommunikationsworkshops, die ich mit den Mitarbeitern/innen einer Arztpraxis durchführe, lebt der Workshop von den Teilnehmern/innen. Workshops sind prima für allgemeine Denkanstöße. Oder wenn es um Themen geht, bei denen ich den Austausch in der Gruppe sehr bereichernd finde. Wenn ich mehr als eine andere Sichtweise kennen lernen möchte. Auch, wenn es darum geht, neue Inputs zunächst auszuprobieren. Dann sind meine Mit-Teilnehmer des Workshops als Partner zum Üben sehr hilfreich.

Für mich als Coach ist die Arbeit mit einem Coachee viel intensiver, das Ergebnis viel gezielter und genauer – gerade zum Thema Karriere-Coaching. Dennoch sind meine Vorträge zu diesem Thema oder die Workshops mit den Studenten wertvoll. Denn: von den Fragen und Anliegen der einen, die sich zu Wort melden, profitieren alle anderen im Raum. Es gibt jedes Mal viele wertvolle Inputs der Teilnehmer auch untereinander. Wie z.B. kürzlich mit Studenten zum Thema „Karriere-Planung“. Eine Teilnehmerin hat gerade zu diesem Zeitpunkt ein geeignetes Unternehmen für ihre Bachelor-Arbeit gesucht. Einer ihrer Kommilitonen wusste mit einer online-Plattform mit regionalen Unternehmen schon weiter zu helfen. Ein weiterer, der als Werkstudent in einem Unternehmen arbeitete, hat ihr die Kontaktdaten zur Personalabteilung gegeben, bei der sie sich gezielt erkundigen konnte.

So gesehen gibt es für mich keine klare Entscheidung, welche Coaching-Art ich bevorzuge. Wichtig vor einer Entscheidung für ein Einzel-Coaching oder für einen Workshop ist viel mehr das Anliegen, das mich treibt und der Zeitpunkt, zu dem ich eine Lösung brauche.

Ich freue mich sowohl auf Coachees, die ein Einzel-Coaching bei mir buchen als auch auf alle Teilnehmer/innen meiner Vorträge und Workshops. Bis bald also!

Ihre Petra Carlile